Nitschareuth


Es gibt wirklich nur wenige Orte, denen selbst das scheußlichste Wetter und das tristeste Grau nichts von ihrer unter strahlender Sonne allemal beeindruckenden Schönheit nehmen kann. Das im thüringischen Vogtland zu findende Angerdorf Nitschareuth ist ein solcher Flecken. Das mag wohl auch ein Grund dafür sein, dass man in diesem Ortsteil der Gemeinde Langenwetzendorf Nachwuchssorgen nicht kennt.


Nitschareuth entstand wahrscheinlich schon im späten Mittelalter. Erwähnt wurde es erstmals am 25. Mai 1441 als Nitzitzenreuth. Ursprünglich bestand Nitschareuth aus einem Gehöft, das "Sachsen-Straußische Haus" (Hausnummer 16), welches auf kursächsischen Gebiet lag. Was den heutigen Besucher des nur 218 Einwohner (Stand: 31.12.2015) zählenden, malerisch übern Elstertal sich erhebenden Dorfes auf den ersten Blick beeindruckt, dass ist natürlich der mit Drei- und Vierseithöfen im fränkischen Fachwerkstil umsäumte, komplett unter Denkmalschutz stehende Anger. Die in ihrer Anlage auf spätmittelalterliche Strukturen zurückgehenden 16 Höfe mit Torbogen samt Schlusssteinen stammen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert.

Die schwarzen Dächer erinnern daran, dass in der Region Schiefer ein lang abgebauter Rohstoff war.Den von den Gehöften umschlossenen, an einem kleinen Berg sich ausbreitenden Anger schmückt Dörfliches, wie man es sich von früher vorzustellen hat: zwei Teiche, eine Streuobstwiese, ein historischer Unterstand für die langen Holzleitern der Feuerwehr, ein Turm für deren Wasserschläuche...Was von einst fehlt, ist beispielsweise der rumpelige Wege- oder Straßenbelag. Seit der Wende flossen reichlich Fördergelder in das gesamte Wegsystem, in die Erneuerung des Dorfplatzes, in eine neue Straßenbeleuchtung, in die Herrichtung von Grünanlagen sowie in die Sanierung von Häusern und Höfen – auch in solche in privater Hand.

Foto: R. und M. Meyer

Ganz öffentlich und jedermann zugänglich zeigt sich das bis 1982 noch von einer Familie bewirtschaftete Gehöft Anger 13. Seitdem die Gemeinde Mitte der 1980er-Jahre diesen Komplex aus Wohnhaus, Wirtschaftsgebäuden und einem Grundstück im Hinterland übernommen hat, etablierte sich hier – von Jahr zu Jahr aussagefähiger, attraktiver und spürbar professioneller – ein Bauernmuseum. Im einstigen Schweinkoben beispielsweise erfährt man alles über Zugtiere, die Sattlerei und das Drechseln. Auf einem Dachboden wird anschaulich Wissen zum Thema „Vom Flachs zum Leinen" vermittelt, eine Tenne bietet den Platz für Sonderausstellungen. Auf dem Freigelände hinter dem Hof wird über die Dreifelderwirtschaft informiert.

Ganz praktisch geht’s im dazugehörigen Kräutergarten zu. Jüngste Attraktion des 2007/2008 rundum sanierten Dreiseithofes ist ein uriges Museumscafe’, in dem die im Auftrag der Gemeinde tätigen Betreiber gern Kostproben davon liefern, was die schmackhafte vogtländische Küche so auszeichnet.Freilich präsentiert sich Nitschareuth, seit es Mitte der 1990er-Jahre in den Genuss des Dorferneuerungsprogramms kam, von seiner besten Seite. In den letzten Jahren wurde dann noch der Vierseithof Anger 25 saniert. In dem hatten bisher schon Kinder ein gutes Zuhause, doch der Platz im Kindergarten „Sonnenkäfer" reichte nicht mehr aus. 22 Plätze für den Nachwuchs im Kindergarten und sechs für den im Krippenbereich entstanden hier. Außerdem brauchte es Räume für die Vereine, für die Freiwillige Feuerwehr und für die Dorfgemeinschaft.



Für weitere Informationen besuchen Sie die Homepage des Ortsteiles Nitschareuth.

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